
Reuss-Wanderung – von der Mündung zur Quelle; Etappe 2: Halbhochwasser und angenehme Witterung









Patrick Münch, der Erfinder des Reuss-Projekts musste verletzungshalber für Etappe 2 passen.
Unter der Stellvertreter-Leitung von Valentin Ruf machten sich an Auffahrt acht Wanderfreunde in Mellingen-Heitersberg auf den Weg flussaufwärts nach Bremgarten.
Erstes Innehalten war in der Mellinger Altstadt. Eine Teilnehmerin erinnerte sich an die zwei Jahre, die sie in der dortigen Drogerie arbeitete. Das Geschäft besteht weiterhin. Vom Durchgangsverkehr ist die Altstadt befreit, seit 2022 die Umfahrung eröffnet wurde.
Über die Fussgängerbrücke wechselten wir danach zurück zum rechten Ufer und tauchten ein ins pralle Frühlingsgrün. Wir erkundeten nun die prächtige Reusslandschaft. Aufgewertet wurde sie durch verschiedene Teiche, bei denen wir verschiedene Libellenarten beobachten konnten sowie Teichfrösche, solo und im Knuddel-Duo. An mehreren Stellen sahen wir, dass Biber auch hier wirken.
Der Uferweg bietet einige gut gepflegte Rastplätze und Feuerstellen. An einer davon, ca. 1km südlich des ehemaligen Klosters Gnadenthal, erfreute ein Roter Fingerhut unser Auge.
Die Blüten lohnen einen Blick ins Innere. Insekten, welche zu Besuch kommen, streifen mit ihrem Rücken die Staubbeutel und laden sich so Pollen auf. Eine von uns wusste, dass Digitalis giftig ist. Berühren kann die Haut reizen. Wir begnügten uns mit Fotografieren, mit einer Ausnahme.
Anders als bei Etappe 1 führte die Reuss nun trübes Halb-Hochwasser, mit Holz von Ast- bis Baumstammgrösse. Daher vernünftig, dass niemand am Schwimmen oder Kanufahren war.
An einer Stelle war der ufernahe Weg überflutet. Zwei von uns liessen sich dadurch nicht aufhalten und gingen ein Stück barfuss – Wellness für die Füsse und den ganzen Körper.
Der regennasse Boden, v.a. die nassen Wurzeln erforderten eine sorgfältige Gangart. Das passte gut zum Schild ‘Achtsamkeitsweg’. Beim Campingplatz Sulz hielten wir Mittagspause, sonnig oder schattig, je nach Gusto. Die vielen Flaggen erinnerten an Schrebergärten. Die meisten kannten wir, z.B. die spanische. Eine nicht: weisses Kreuz mit blau links oben und rechts unten, und rot links unten sowie rechts oben, dazu im Zentrum ein Emblem in den Farben grün, blau und rot.
Es war wohl diejenige der Dominikanischen Republik. Fun fact: die einzige mit Bibel-Abbildung.
In den Waldpartien erschallte ein Vogelkonzert. Als ornithologische Laien genossen wir die Musik, ohne bei jeder Melodie zu wissen, wer hier singt.
Nach Unterqueren der Umfahrungsstrasse erreichten wir die Hängebrücke unterhalb der Altstadt.
Statt die Altstadt-Halbinsel zu umrunden entschieden wir uns für die kurze Variante und genossen im Restaurant Bijou noch eine Stärkung, bevor wir uns in verabschiedeten und mit reichhaltigen Eindrücken die Heimreise antraten.
