
Reusswanderung – von der Mündung zur Quelle; Etappe 3:
Pfingstmarkt in Bremgarten und fahles Licht an der Reuss
Die ersten fünf Wanderlustigen trafen sich am Pfingstmontag früh am Bahnhof Bremgarten und bestaunten zuerst die Verkaufsstände am Pfingstmarkt in Bremgarten. Von gepökelten Hirschfilets über Hosenträger bis zu Steinamuletten war alles da. Selbst Socken wären noch käuflich erwerbbar gewesen, so man diese am Morgen zu Hause hätte liegen lassen. Und nicht vergessen, Magenbrot, das natürlich vom Wanderleiter Patrick sofort gekauft und als Gruppenproviant eingesteckt wurde. Die religiöse und kulturelle Vielfältigkeit des Kantons Aargau bringt es übrigens mit sich, dass im Bezirk Bremgarten der Pfingstmontag kein Feiertag ist…
Komplettiert mit zwei weiteren NaturfreundInnen, die vielleicht etwas weniger marktaffin sind, startete unsere Gruppe bei der Holzbrücke von Bremgarten und ging dem Fluss entlang Richtung Süden. Bei der fast 1000-jährigen Klosteranlage St. Martin der Benediktinerinnen in Hermetschwil überquerten wir die Reuss auf dem hölzernen Dominilochsteg und blieben fortan auf der linken Reussseite. Zur Zeit von Napoleon wäre dies ein Kantonsübertritt gewesen, da das Gebiet westlich der Reuss zum Kanton Baden gehörte und östlich davon zu Zürich. Nun gehört beides zum Aargau und hatte keinen Feiertag…
Die Wanderung folgte dem Flachsee, einem Stausee der sich mit dem Bau des Kraftwerks Bremgarten vor 50 Jahren neu gebildet hat. Wobei neugebildet etwas hoch gegriffen ist, mäandrierte die Reuss vor ihrer Korrektur in den 1870er Jahren in dem Gebiet doch stark in vielen Flussschlaufen. Wie dem auch sei, heute ist der Flachsee ein Vogelparadies. Wir sahen entsprechend viele und hörten noch mehr Vögel. So war fast die gesamte Wanderung hindurch ein munteres Vogelgezwitscher hörbar. Aus Mangel an ornithologischen Fachkenntnissen konnten aber nur einige Arten bestimmt werden.
Hingegen waren botanisch sehr versierte Personen mit von der Partie und so erstaunt es wenig, dass schon bald eine wunderschöne Orchidee, ein Pyramiden-Knabenkraut, gesichtet, bestimmt und fotografiert wurde.
Was uns auffiel war die Tatsache, dass die Luft trotz des strahlenden Sonnenscheins dunstig war. So rätselten wir wiederholt, ob wir die Berge nun wirklich sehen oder einer Fata Morgana unterliegen würden, weil doch der Pilatus eigentlich da viel besser zu sehen sein müsste… Des Rätsels Lösung kam am Abend im Meteo. Die schlechte Sicht ging auf das Konto von kanadischen Waldbränden, deren Rauschwaden den Atlantik überquert und so die Sicht bei uns getrübt haben. Allerdings war der Rauch nicht so dicht, dass wir uns verlaufen hätten, was bei dieser Streckenführung entlang der Reuss ohnehin schwierig gewesen wäre. So kamen wir dann, nach einem Mittagsrast bei Ottenbach, nach etwa 5 Stunde beim Bahnhof Mühlau an und genossen noch eine Erfrischung im Restaurant Krähenbühl bevor es um halb vier mit dem Zug heimwärts ging.
n.B. Am 24. August setzen wir die Wanderung fort und wandern von Sins nach Küssnacht. Es sind alle herzlich willkommen.







