
Säntis, der Berg – das Jahr ohne Seilbahn
Die Säntisbahn befindet sich derzeit im Umbau. An der Stelle der ehemaligen Stütze 2 entsteht eine neue, höhere Stütze. Die Stütze 1 wird abgebaut und künftig nicht mehr benötigt. Seit Mai 2026 ist der Bahnbetrieb eingestellt und der Gipfel deshalb nur zu Fuss erreichbar.
Für uns war dies die perfekte Gelegenheit, eine Wanderung auf den Säntis zu planen. Leider gingen nur wenige Anmeldungen ein. Davon liessen wir uns aber nicht abhalten und machten uns zu viert auf den Weg.



Auf der Schwägalp herrschte bereits reger Betrieb. Am folgenden Tag sollte das Schwägalp-Schwinget stattfinden und die Vorbereitungen waren in vollem Gang. Tribünen und Festzelte standen bereit, die Sägemehl-Ringe waren vorbereitet und Getränke wurden angeliefert. Mittendrin befand sich das Materiallager für den Umbau der Säntisbahn mit riesigen Seilrollen, Mulden und verschiedenen Maschinen.
Von der Schwägalp aus führte unser Weg der Felswand entlang hinauf zur Tierwies. Der Aufstieg war steil, verlief zum Glück aber über weite Strecken im Schatten. Unterwegs gab es immer wieder eine beeindruckende Blumenpracht zu entdecken. Alpen-Enziane, Alpen-Anemonen, Berg-Fingerkräuter und Blauer Eisenhut sorgten dafür, dass fast jede begrünte Fläche mit Blüten übersät war.



Auf der Tierwies gönnten wir uns eine wohlverdiente Mittagspause. Der Sendemast auf dem Säntisgipfel war bereits gut sichtbar – und trotzdem schien unser Ziel noch ziemlich weit entfernt.
An der neuen Stütze der Säntisbahn vorbei ging es weiter bergauf. Nun brannte die Sonne unerbittlich auf uns herab und Schatten war kaum noch zu finden. Die Landschaft wurde zunehmend felsiger. An verschiedenen Stellen halfen Seile beim Aufstieg, Tritte waren in den Fels geschlagen und teilweise erleichterten Metallstufen das Weiterkommen.



Oben am Grat angekommen, wurden wir mit einem herrlichen Ausblick Richtung Blau Schnee und Sealpsee belohnt. Doch die letzten Meter hatten es nochmals in sich: Die «Himmelsleiter» hinauf zum Gipfel verlangte Trittsicherheit und volle Konzentration.
Kaum hatten wir den Gipfel erreicht, zog ein kurzes Gewitter auf. Zum Glück sassen wir zu diesem Zeitpunkt bereits gemütlich in der Hütte. Durch den eingestellten Bahnbetrieb war die Atmosphäre auf dem Säntis eine besondere: Alle Gäste, die an diesem Abend oben waren, hatten den Gipfel aus eigener Kraft zu Fuss erreicht.



Am nächsten Morgen machten wir uns kurz nach 8 Uhr wieder auf den Weg. Zuerst ging es die Himmelsleiter hinunter, anschliessend weiter Richtung Öhrli und Schäfler. Dort legten wir nochmals eine Pause ein und genossen die Aussicht, bevor wir den Abstieg zur Ebenalp in Angriff nahmen.
Auch an diesem Tag war uns das Wetterglück hold. Gerade als wir in die Gondel Richtung Wasserauen einstiegen, begann es wieder zu regnen.



Müde, aber zufrieden und mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck, fuhren wir mit der Appenzeller Bahn nach Gossau und von dort weiter nach Hause.
Eine eindrückliche Tour, bei der bereits der Weg auf den Säntis zu einem besonderen Erlebnis wurde.
